„Die Liebe, die wir für den Wal empfinden, schürt auch Hass“



Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) – Dieser Meeresriese eroberte die Herzen im Sturm. Millionen Menschen fiebern seit dem 23. März mit, als der Buckelwal Timmy zum ersten Mal auf einer Sandbank vor dem Timmendorfer Strand strandete. Am Dienstag konnten seine Fans endlich jubeln: Der Meeressäuger war in sein „Reisebett“ (eine Barge) geschwommen und ist nun auf dem Weg in die Nordsee. Doch bei vielen Experten ist die Rettungsaktion des geschwächten Wals umstritten – so auch bei Biologe Fabian Ritter (58). Für seine öffentlich geäußerte Kritik an der Wal-Rettung schlägt ihm eine Hasswelle entgegen.

„Ich empfehle, diesen Wal jetzt einfach strikt in Ruhe zu lassen“, sagte Ritter am 21. April. Immer wieder wies der Biologe im Gespräch mit BILD auf den schlechten Gesundheitszustand von Timmy hin. Man solle nicht weiter versuchen, ihn retten zu wollen. „Was ich im Moment erlebe, ist ein möglicherweise sich quälender Wal“, betonte Ritter und appellierte: „Finger weg vom Wal.“



Transport sei sehr stressig für Wal Timmy

Der Ausgang der bisher einmaligen Rettungsaktion ist aus Sicht von Fabian Ritter offen. Der Transport in ungewohnter und lauter Umgebung sei sehr stressig für Timmy. Äußerungen, für die er viel Hass bekommt, wie der Wal-Experte im BILD-Interview einen Tag nach der Rettungsaktion erzählte. „Es ist befremdlich und auch traurig. Man muss ein ziemlich dickes Fell haben, wenn man sich so exponiert, wie ich das in letzter Zeit mit meinem fachlich fundierten Standpunkt getan habe“, so Ritter.




Anfeindungen gegen Biologe, Backhaus und Helfer

Es scheine ein Phänomen dieser Zeit zu sein, dass unterschiedliche Standpunkte nicht nebeneinander bestehen können. „Das ist ja eigentlich ein normaler Diskurs, dass man unterschiedliche Perspektiven einnimmt und unterschiedliche Meinungen vertritt. Das gehört so zur Meinungsfreiheit“, betont der Biologe, dem auch mit Gewalt gedroht wird.









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