7.500 Morgen voller Geheimnisse: Warum das ehemalige Anwesen von Jeffrey Epstein plötzlich wieder im Fokus der Ermittler steht





Mitten in der kargen Landschaft von New Mexico liegt ein riesiges Grundstück, das jahrelang von der Öffentlichkeit kaum beachtet wurde. 7.500 Morgen Land, abgelegen im Süden von Santa Fe County. Doch dieser Ort trägt eine schwere Vergangenheit – denn er gehörte mehr als zwei Jahrzehnte lang dem Finanzier Jeffrey Epstein.

Nun, Jahre nach seinem Tod, rückt das Anwesen erneut ins Zentrum einer offiziellen Untersuchung.

Am 10. März 2026 begannen Ermittler des Bundesstaates New Mexico damit, das ehemalige Ranchgelände physisch zu durchsuchen. An der Operation sind mehrere Behörden beteiligt, darunter staatliche Ermittler, die New Mexico State Police sowie das Büro des Sheriffs von Sandoval County. Ziel ist es, mögliche Hinweise zu finden, die mit den schweren Vorwürfen in Verbindung stehen könnten, die seit Jahren rund um Epstein und seine Netzwerke erhoben werden.

Die Untersuchung findet mit Zustimmung des heutigen Besitzers statt. Der texanische Unternehmer Don Huffines hatte das riesige Grundstück im Jahr 2023 gekauft. Seitdem trägt es einen neuen Namen: Rancho de San Rafael. Doch trotz des neuen Namens bleibt die Vergangenheit des Ortes untrennbar mit seinem früheren Besitzer verbunden.

Jeffrey Epstein besaß die Ranch von 1993 bis 2019. In all diesen Jahren wurde das Gelände nie von der Bundespolizei FBI durchsucht. Diese Tatsache sorgt nun erneut für Diskussionen, da viele Kritiker der Meinung sind, dass zentrale Fragen über das Geschehen auf dem Anwesen nie vollständig untersucht wurden.

Der aktuelle Einsatz der Ermittler geht auf eine Entscheidung des Generalstaatsanwalts von New Mexico zurück. Am 19. Februar 2026 verkündete Justizminister Raúl Torrez, dass die strafrechtlichen Ermittlungen rund um die Ranch wieder aufgenommen werden. Grundlage für diesen Schritt waren neu veröffentlichte Dokumente des US-Justizministeriums, die weitere Details zu früheren Ermittlungen enthalten.

Diese Akten werfen ein neues Licht auf die Ereignisse der vergangenen Jahre.

Bereits 2019 hatten Bundesstaatsanwälte die Behörden von New Mexico gebeten, ihre eigene Untersuchung einzustellen. Die Begründung lautete damals, dass die Bundesbehörden ihre Ergebnisse später mit dem Bundesstaat teilen würden. Doch laut dem damaligen Generalstaatsanwalt Hector Balderas geschah genau das nie.

Balderas erklärte später, die Zusammenarbeit habe sich als „eine einseitige Beziehung“ erwiesen. Informationen seien von New Mexico an die Bundesbehörden weitergegeben worden – doch im Gegenzug seien keine Ergebnisse zurückgekehrt.

Diese Situation führte dazu, dass viele Fragen rund um die Ranch über Jahre hinweg unbeantwortet blieben.

Besonders erschütternd ist ein Hinweis aus den nun neu geprüften Akten. In den Dokumenten findet sich eine anonyme E-Mail aus dem Jahr 2019. Darin behauptete der Absender, ein ehemaliger Mitarbeiter der Ranch habe Kenntnis davon, dass zwei ausländische Mädchen angeblich auf dem Gelände begraben worden seien.

Ob diese Behauptung wahr ist, ist derzeit völlig unklar. Dennoch betrachten Ermittler solche Hinweise als möglichen Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen.

Genau deshalb wird das riesige Gelände nun systematisch untersucht.

Parallel zu den polizeilichen Ermittlungen hat auch die Politik reagiert. Das Parlament von New Mexico beschloss die Einrichtung einer parteiübergreifenden Wahrheitskommission. Diese sogenannte Truth Commission verfügt über weitreichende Befugnisse, darunter das Recht, Zeugen vorzuladen und Dokumente anzufordern.

Für ihre Arbeit wurde ein Budget von zwei Millionen Dollar bereitgestellt.

Die Aufgabe der Kommission besteht darin, mögliche Versäumnisse früherer Ermittlungen aufzuklären und Licht in die Vorgänge rund um Epsteins Aktivitäten im Bundesstaat zu bringen.

Mehrere Überlebende haben bereits öffentlich über ihre Erfahrungen gesprochen. Zu ihnen gehören unter anderem Annie Farmer und Virginia Giuffre. Beide erklärten, dass sie auf der Ranch in New Mexico missbraucht worden seien.

Ihre Aussagen gehören zu den Gründen, warum die Ermittlungen nun erneut aufgenommen wurden.

Während die Sucharbeiten auf dem weitläufigen Gelände beginnen, bleibt vieles ungewiss. Das Gebiet umfasst tausende Morgen Land, Gebäude, Wege und abgelegene Bereiche, die bislang kaum untersucht wurden. Ermittler stehen daher vor einer großen Herausforderung: Sie müssen ein riesiges Terrain systematisch durchkämmen, um mögliche Beweise zu sichern.

Für viele Beobachter geht es dabei nicht nur um einzelne Hinweise oder mögliche Funde. Es geht auch um die Frage, ob alle Aspekte der Vergangenheit rund um Epstein tatsächlich vollständig aufgeklärt wurden.

Die aktuellen Sucharbeiten markieren daher einen neuen Abschnitt in einer Geschichte, die seit Jahren weltweit für Schlagzeilen sorgt.

Noch ist unklar, was die Ermittler auf dem ehemaligen Ranchgelände finden werden – oder ob sie überhaupt etwas entdecken.

Doch eines steht fest: Die Untersuchung hat gerade erst begonnen.

Und möglicherweise könnten die kommenden Wochen Antworten auf Fragen liefern, die viel zu lange offen geblieben sind.

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