„Flucht über die Grenze: Wie ein politischer Kurswechsel Tausende Migranten Richtung Kanada trieb“


In den letzten Monaten hat sich an der kanadischen Grenze zu den Vereinigten Staaten eine bemerkenswerte Wandlung in der Migrationsdynamik vollzogen, ausgelöst durch eine Verschärfung der amerikanischen Einwanderungspolitik. Statt im Süden des US-Territoriums an der Grenze zu Mexiko festzusitzen, machten sich in diesem Sommer Tausende Menschen auf den Weg in den Norden – mit dem Ziel, über die Grenze nach Kanada zu gelangen.
Warum dieser Wandel?

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump verschärfte mehrfach ihre Abschiebungs- und Grenzsicherungsmaßnahmen. Besonders seit Frühjahr dieses Jahres gingen die Behörden härter gegen illegal in den USA lebende Menschen vor. Viele Zuwanderer, die zuvor versuchten, sich entlang der mexikanischen Grenze um Asyl bemühen, sahen sich nun gezwungen, andere Wege zu suchen, um in Sicherheit zu kommen.




In der Folge versuchten immer mehr Menschen, oft zu Fuß oder per Anhalter, die lange Strecke zu Kanadas Südgrenze zurückzulegen – in der Hoffnung, dort schneller und mit besseren Chancen auf Anerkennung ihres Asylantrags behandelt zu werden.
Ein stetiger Zustrom trotz gefährlicher Bedingungen

Die Grenzregion zwischen den USA und Kanada gilt klimatisch als anspruchsvoll: weite, dünn besiedelte Gebiete wechseln sich mit tiefen Wäldern, Flüssen und sogar Sumpflandschaften ab. Trotzdem riskieren Familien, Einzelpersonen und ganze Gruppen diese Route, weil sie in den USA keine Perspektive oder Sicherheit mehr sehen. Vor allem im Bereich der kanadischen Provinz Quebec sind in kurzer Zeit mehrere Tausend solcher Migranten registriert worden.




Lokale Behörden und Einwanderungshelfer berichten von einem regen Zustrom, der weit über das hinausgeht, was man aus den Vorjahren kannte. Viele der Ankommenden berichten, sie hätten in den USA keinen Rechtsstatus und fürchten, durch neue Durchsetzungsmaßnahmen deportiert zu werden.
Reaktionen der Politik

Während die US-Regierung ihre Linie als notwendige Maßnahme zur Sicherung nationaler Grenzen darstellt, haben kanadische Politiker und Menschenrechtsgruppen auf die schwierige Lage der Migranten aufmerksam gemacht und fordern eine humanere Umgangsweise. Die Debatte zwischen den beiden Nachbarstaaten über die besten Wege zur Bewältigung der Migration bleibt angespannt.




Für viele Beobachter steht dieser Trend symbolisch für eine Verschiebung im globalen Umgang mit Migration: Weg von einer Fokussierung auf traditionelle Routen im Süden – hin zu einem breit gefächerten internationalen Netzwerk von Wegen und Zielen. Obwohl Kanada allgemein als aufnahmebereiter gilt als die USA, sind dortige Verfahren langsamer und die Herausforderungen für Asylsuchende erheblich.

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