Haustier verletzt? So viel kostet eine Operation bei Hund und Katze

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Foto: Imago/Westend61 (Symbolfoto)

Da die meisten Menschen durch ihre gesetzliche Krankenversicherung nie eine Rechnung ihres Arztes zu Gesicht bekommen, sind sie oft sehr überrascht, wenn sie erfahren, wie viel eine Operation bei ihrem Haustier kostet. DeineTierwelt erklärt Dir, wie Tierärzte abrechnen – und stellt Dir die Preisspannen der häufigsten Operationen vor.

Tierärzte sind verpflichtet, nach der Tierärztlichen Gebührenordnung (GOT) abzurechnen. In dieser Gebührenordnung steht ein Katalog mit Leistungen, für die Mindestpreise angegeben werden. Und an diese Preise muss sich jeder Tierarzt halten – so wird Preisdumping vermieden. Auch für Medikamente gibt es gesetzlich festgelegte Preise und Zuschläge.

Tierarzt: Was bedeutet „einfacher Satz“?

Ein Tierarzt kann jedoch seine Preise anpassen. Das ist auch richtig so, da nicht jeder Tierarzt die gleichen Kosten und die identische Ausbildung hat. Der einfache Satz für eine Leistung entspricht dem Preis, der als Mindestpreis in der GOT angegeben ist.


Diesen Preis darf ein Tierarzt maximal verdreifachen. Im Notdienst ist es seit Anfang des Jahres sogar erlaubt, den vierfachen Mindestpreis der GOT in Rechnung zu stellen. Das bedeutet, dass es zwar einen Spielraum gibt – dieser kann aber nicht unendlich ausgereizt werden.


Foto: Syda Productions, shutterstock.com

Für besonders aufwändige Leistungen darf Dein Tierarzt noch eine Zeitgebühr nehmen. Auch dies ist in der GOT festgehalten (je 15 Minuten kosten 16 Euro).
Das bezahlst Du bei einer Operation Deines Haustiers

Die Kosten einer Operation setzen sich aus vielen Faktoren zusammen – das beginnt schon mit der Wahl Deines Tierarztes. Eine Tierklinik wird immer einen höheren Satz anwenden als ein Haustierarzt, da sie höhere Kosten hat und durch ihre Spezialisierung auch mehr leistet.

Der teilweise immense Preisunterschied lässt sich auch durch die Narkose erklären. Während viele Haustierärzte eine Narkose per Injektion und ohne weitere Überwachung durchführen, haben teurere Kliniken oder Praxen einen Standard, der an die Überwachung in der Humanmedizin heranreicht.

Patienten, deren Narkose-Risiko erhöht ist, profitieren in der Regel sehr davon, eine gut überwachte und balancierte Inhalationsnarkose zu bekommen. So wie bei uns Menschen.
Nicht jeder Tierarzt operiert jedes Tier

Viele Operationen, wie zum Beispiel die Versorgung einer Fraktur oder eine Operation am offenen Brustkorb, können nur spezialisierte Chirurgen durchführen. Daher bezahlt man auch den „Schwierigkeitsgrad“ der Operation mit. Außerdem werden bei aufwändigen Operationen auch mehr Mitarbeiter, teure Instrumente und in der Reel mehr Verbrauchsmaterial benötigt.

Foto: Carolin Eckenfels / dpa-tmn (Symbolfoto)

Natürlich kann man auch eine einfachere Operationen wie eine Kastration in einer Tierklinik durchführen lassen und einige Haustierärzte bieten zum Beispiel auch Knochenchirurgie an.

Dir muss dabei aber immer bewusst sein, dass man in der Tiermedizin das bekommt, was man bezahlt: Möchte man einen höheren Narkose- und Hygienestandard, sollte man sich an eine Tierklinik oder renommierte Praxis wenden. Dann darf man sich aber auch nicht über die höheren Preise wundern.
Wie viel kostet eine Operation bei meinem Haustier?
So viel kostet eine Kastration

Der Preis für die Kastration eines Rüden kann von 150 Euro bis 500 Euro variieren. Die Kastration einer Hündin von 400 bis 900 Euro. Kater und Katzen sind um einiges günstiger.
So viel kostet eine Frakturversorgung

Wenn ein Knochen bricht, kommt man nicht darum herum, ihn operativ versorgen zu lassen. Eine Knochenoperation kann je nach eingesetzter Materialien 2.000 bis 3.000 Euro kosten. Wird das Implantat nicht vertragen oder geht kaputt, muss es bei einer weiteren OP wieder entfernt werden. Zusätzlich musst du noch die Nachkontrollen einkalkulieren, bei denen regelmäßig Röntgenbilder nötig sind. Auch das wird sich auf mehrere hundert Euro summieren.
So viel kostet eine Magendrehung

Besitzer von großen Hunderassen aufgepasst: Die Operation einer Magendrehung ist besonders teuer – und tritt sie auf, kann sie nur durch eine Notoperation beseitigt werden. Die Versorgung einer Magendrehung wird sich im Bereich von 2.500 bis 4.000 Euro bewegen. Danach ist immer ein stationärer Aufenthalt von einigen Tagen notwendig, wodurch dann zusätzlich noch 1.000 bis 2.000 Euro auf Dich zukommen.
So viel kostet ein Bandscheibenvorfall

In der gleichen Preisspanne wie eine Magendrehung liegt auch eine Bandscheiben-Operation. Besonders betroffen von dieser Erkrankung sind Dackel und Französische Bulldoggen. Sind bereits Lähmungserscheinungen sichtbar, bleiben neben einer Operation in der Regel kaum Alternativen. Nach einer Operation ist eine langwierige Reha mit vielen Medikamenten und Physiotherapie nötig. So musst Du auch bei dieser Erkrankung mit 5.000 Euro und mehr rechnen.


Foto: Envato Elements (Symbolfoto)

So viel kostet eine Tumorentfernung

Der Preis für die Entfernung eines Hautknotens ist von der Lage und der Größe des Knotens abhängig. In der Regel kann dieser von wenigen hundert Euro bis hin zu 1.800 Euro variieren. Zu der Entfernung gehört eine pathologische Untersuchung des Tumors, welche ebenfalls bezahlt werden muss.

Hat Dein Tier einen Tumor in der Milz, sollte dieses Organ entfernt werden, damit der Krebs sich nicht ausbreiten kann. Hier kommen meist etwa 2.000 Euro auf Dich zu.
So viel kostet ein Kaiserschnitt

Auch Züchter sollten lieber eine OP-Versicherung abschließen: Der Kaiserschnitt, unabhängig ob Katze oder Hündin, bewegt sich in der Regel um die 1.500 bis 2.500 Euro. Und auch dies ist eine Operation, die in einem Notfall immer durchgeführt werden muss, da es keine Alternative gibt.
Auch die Nachsorge kann teuer werden

Immer mit einkalkulieren musst Du dann noch die Nachsorge: Da können bei einem stationären Aufenthalt ebenfalls noch mal größere Summen auf Dich zukommen, in der Regel 300 bis 500 Euro pro Tag. Komplikationen einer Operation sind trotz großer Sorgfalt ebenfalls immer möglich und können dafür sorgen, dass Dein Tier eventuell für den gleichen Preis erneut operiert werden muss.


Foto: NDR/Doclights GmbH 2020
Eine OP-Versicherung für Hunde oder Katzen macht zumindest finanziell sorgenfrei

Damit zu den Sorgen um Dein Tier nicht auch noch Geldsorgen hinzukommen, lohnt sich für die meisten Halter eine gute OP-Versicherung: Die gibt es für Hunde, Katzen und Pferde. Idealerweise übernimmt diese dann auch die Kosten für die Diagnostik der Erkrankung und die Nachsorge.


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