Besser als Medikamente: Hunde machen uns gesund, glücklich und empathisch

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Gehen Sie statt in die Apotheke doch mit einem Hund spazieren. Tiere senken den Blutdruck und stärken das Immunsystem. Dass der Hund die bessere Arznei ist, beschreibt die Tierpsychologin Stephanie Lang von Langen.

Sie besucht mit ihren Hunde-Schülern Kinder im Waisenhaus, Senioren im Altenheim, liest mit Kindern und Hund in der Grundschule und macht Ausflüge mit seelisch oder körperlich beeinträchtigten Menschen.



Wenn Menschen mit Hunden zusammen sind, fühlen sie sich eins mit einem Naturwesen, finden Spaß an Nähe und Ruhe oder bewegen sich gern an der frischen Luft. Tiere tun unglaublich gut. Das ist längst auch wissenschaftlich erwiesen – im Kontakt mit Tieren sinkt der Blutdruck, das Immunsystem wird gestärkt und die Psyche aufgehellt, der Stress reduziert. Nicht selten locken Tiere aus der sozialen Isolation. Hunde haben hohe therapeutische Fähigkeiten. Das ist die These, die Autorin Stephanie Lang von Langen anhand ihrer Erfahrungen anhand zahlreicher Beispiele belegt.

Über die Autorin

Stephanie Lang von Langen wurde in München geboren, hat aber den größten Teil ihrer Kindheit an der Küste südlich von Mombasa und in Kenias Hauptstadt Nairobi in Afrika verbracht. Die Familie zog zurück nach Bayern als sie zwölf Jahre alt war. Später studierte Lang von Langen Tierpsychologie für Hunde in Zürich. Heute arbeitet sie als Hundetrainerin mit den Schwerpunkten Verhaltenstraining für Problemhunde und Auslandshunde und bildet seit mehr als zehn Jahren Therapiehunde-Teams und Hundetrainer aus.

Dass Hunde für die Therapie sehr geeignet sind, fand Stephanie Lang von Langen am eigenen Leib heraus. Nach einem schweren Unfall führte ihr Hund Wunjo die Tierpsychologin zurück ins Leben. Mehr und mehr beobachtete sie, wie Hunde heilen können. Sie schützen vor Einsamkeit, besiegen Schüchternheit, lindern Depressionen, geben dem Tag Struktur und fördern natürlich auch die Bewegung.

Lesen Sie hier einen Buchauszug:

In einer Studie wurden verschiedene Mensch-Tier-Kontakte in Bezug auf ihre Wirksamkeit getestet. Es überrascht nicht, dass allein das – selbst beiläufige – Streicheln des Tieres den Menschen beruhigt. Und rückwirkend das Tier.

Und es klappt auch ohne Körperkontakt: Eine schnurrende Katze im Raum führt zu einer Entspannung der anwesenden Menschen; bei Hunden hat man das auch in Praxisräumen getestet und nachgewiesen, dass die bloße Anwesenheit eines Hundes den Blutdruck und die Herzfrequenz der Probanden senkte – sie bauten Stress ab.
Spiegel des Stresshormons Cortisol sinkt

Der Sympathikus, also der in Stresssituationen aktive Teil des autonomen Nervensystems, entspannt. Der Blutdruck sinkt, die Herzfrequenz verlangsamt sich, und man schwitzt auch weniger. Im Gegenzug kommt es zu einer vermehrten Freisetzung von Endorphinen, bekannt auch als Glückshormone.

Außerdem werden die Hormone Oxytocin und Prolactin freigesetzt, die bei sozialen Bindungen eine Rolle spielen. Die Entspannung kann man auch messen: Der Spiegel des Stresshormons Cortisol sinkt. Nicht nur unser Wohlgefühl, auch viele Studien sprechen dafür, dass das Zusammenleben mit einem Hund förderlich für die Gesundheit des Menschen ist. Es schenkt genau jenen sozialen Rückhalt, der die Risikofaktoren für verschiedene Krankheiten senkt und allgemein das Immunsystem stärkt.
Der Hund entstresst durch den Menschen ebenso

Interessanterweise profitieren auch Hunde vom Kontakt mit dem Menschen, nicht nur durch einen stets vollen Napf. Streicheleinheiten können die Herzfrequenz des Hundes und seinen Cortisolspiegel senken: Der Hund entstresst durch den Menschen wie der Mensch durch den Hund. Man hat herausgefunden, dass bereits ein freundlicher Blickwechsel zwischen Hund und Herr bei beiden Oxytocin ausschüttet, das auch als Wohlfühl-oder Bindungshormon bekannt ist.



Und an wen wir uns binden, mit dem fühlen wir auch. Wenn ich die tief berührende Begegnung mit manchen Hunden beschreiben möchte, lande ich immer wieder bei dem Wort Herzenskontakt. Mein Herz ist berührt, wenn ein fremder Hund aus freien Stücken zu mir läuft und signalisiert, dass er an einem Kontakt mit mir interessiert ist und alles versucht, mir das zu vermitteln – artübergreifend.
Zwei Herzen begegnen sich

Dabei ist es ihm egal, ob ich dick oder dünn, alt oder jung bin, schnell laufen und denken kann und wie hoch mein Kontostand ist. Alles außenherum ist ausgeblendet. Zwei Herzen begegnen sich, und Hunde scheinen einen Schlüssel zu besitzen, manche verschlossene Kammer zu öffnen.

Übrigens auch Kornkammern: Einmal betrat ich während einer Einsatzpause in meiner Uniform der Rettungshundestaffel eine Bäckerei. Die Schlange war lang. Ohne dass ein Wort fiel, bedeuteten mir alle Anstehenden, dass ich zur Theke nach vorne gehen dürfte. Ich sollte nicht warten müssen, ich gehörte im weitesten Sinne zu den Sanitätern, und denen macht man den Weg frei.

Muss ich erwähnen, dass in der Metzgerei immer zwei „Radln Wurscht“ für meine vor dem Laden wartenden Hunde abfallen?

Eine Therapiehundeführerin ist ausdrücklich keine Sanitäterin, wenngleich ein wenig medizinisches Wissen mit auf dem Lehrplan steht, da wir ja auch kranke Menschen besuchen und Bescheid wissen müssen, welche Einschränkungen ihre Krankheiten mit sich bringen.
Der Hund wirkt auch therapeutisch auf Straftäter

Als Rettungshundeführerin habe ich vor vielen Jahren deutlich mehr medizinische Erkenntnisse erworben, denn wir suchen und bergen auch Schwerverletzte und bringen uns und die Hunde dabei manchmal in Gefahr. Eine Gefahr, die die Hunde nicht einschätzen können, doch sie gehen vertrauensvoll über ihre Grenzen und tun ihrem Menschen zuliebe Dinge, die sie aus sich heraus strikt unterlassen würden. So wie Lawinensuchhunde, die sich vom Hubschrauber abseilen lassen. Hunde der Seerettung, die unter Einsatz ihres Lebens Menschen bergen. Schutzhunde, die ihr Fell für Herrchen/Frauchen hinhalten.



Und manchmal treffen sich beide, so wie bei Projekten mit Strafgefangenen, die einen Welpen auf seine Ausbildung zum Blindenhund vorbereiten. Der Hund, der später einen blinden Menschen begleiten wird, wirkt auch therapeutisch auf den verurteilten Straftäter. Der Film Underdog erzählt von einer solchen Begegnung. In Deutschland gibt es einige Strafvollzugsanstalten, in denen Gefangene ihre Zelle mit Hunden teilen, in den USA sind solche Projekte weitverbreitet.
Hunde sind ein herausragender Resozialisierungsfaktor

Durch die Arbeit mit den Hunden entwickeln die Häftlinge ein neues Welt- und Selbstbild. Was oft in jahrelangen Sozialisationsversuchen scheiterte, gelingt den Hunden geradezu spielerisch. Für die Hunde sind die Häftlinge keine schlechten Menschen, sie beurteilen sie nicht nach ihrem Strafregister. Die Häftlinge erlernen mit den Hunden Empathie und Beziehungen einzugehen, was ihnen nach Verbüßung ihrer Haftstrafe in Freiheit helfen wird, Fuß zu fassen.

Alles in allem sind die Hunde ein herausragender Resozialisierungsfaktor. Und davon abgesehen mangelt es nicht an positivem Gesprächsstoff mit Mithäftlingen, Anstaltspersonal und externen Helfern. Auch die Umgangsformen wurden besser, da die Gefangenen ja lernten, die Hunde positiv zu bestätigen und zu loben. Was sie dann auch unter ihresgleichen umsetzten. Das alles zusammengenommen bereitet eine erfolgreiche Reintegration in die Gesellschaft vor.

In ihrem Buch erzählt Stephanie Lang von Langen zahlreiche weitere wahre Geschichten darüber, wie Hunde Kindern und Erwachsenen, Alten und Jungen, traurigen und gebrechlichen Menschen, Kranken und Gesunden viel Gesundheit und Lebensfreude bringen.


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