Die Welt mag sich verändern, Menschen kommen und gehen, aber ihr Haus roch immer gleich: frischer Teig, getrocknete Kräuter, sonnengebleichte Vorhänge. Dieses Haus war eine andere Welt, langsamer, sanfter, liebevoller.Omas Hände waren die wärmsten. Zerknittert, aber die sanfteste Berührung der Welt. Als sie mir die Hände auf den Kopf legte, schien es mir, als ginge mein ganzes Leben zu Ende.
Oma lehrte nicht mit einem Lautsprecher. Sie lehrte durch den Alltag. Wie man geduldig Teig ausrollt. Wie man niemanden mit einem Wort verletzt. Wie man nicht an jemandem vorbeigeht, der leidet. Und vor allem, wie man die Welt liebt, selbst wenn sie grausam ist.
Wenn ihr Holzstuhl leer ist, sitze ich oft dort und spüre, dass sie mir noch immer nahe ist. Dass ihr Rat in mir weiterlebt. Großmütter gehen nicht. Sie werden zu Armbändern unserer Seele. Geheimnisvoll, aber unvergänglich.
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