Ungewöhnlicher Frühstart: Zugvögel sind schon jetzt im Süden

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Foto: pixabay.com/Myriams-Fotos

Normalerweise starten Kraniche, Störche und Co. erst jetzt, im Oktober, wenn die Hauptflugzeit der Tiere beginnt – doch dieses Jahr konnten es viele Zugvögel gar nicht abwarten und brachen schon Mitte September gen Süden auf. Der Frühstart könnte unterschiedliche Gründe haben.
Frühstart der Zugvögel in 2020

Wenn Du in vergangenen Wochen in den Himmel geblickt hast, hast Du bestimmt die typischen V-Formationen und Schwärme aus Gänsen, Störchen und Kranichen gesehen, die zielstrebig auf dem Weg in wärmere Gefilde unterwegs sind. Aber: Viele Vögel sind aber längst dort, wo die Sonne noch Kraft hat.

Und dieser frühe Start der Zugvögel ist nicht normal, erklärt Ornithologe Guido Teenck vom Naturschutzbund gegenüber der Deutschen Presseagentur.


In der Regel würden die meisten Zugvögel nämlich erst jetzt, im Oktober, zu ihrer Reise gen Süden aufbrechen. Doch der Vogelkundler beobachtete dieses Jahr vermehrt Vogelarten, die schon deutlich früher unterwegs waren. „Die Kraniche sind zum Beispiel schon Mitte September gestartet, was eher ungewöhnlich ist“, so Experte Teenck.
Ist Nahrungsmangel der Grund für den frühen Aufbruch?

Warum die Zugvögel in diesem Jahr so früh gestartet sind, lässt sich bislang nur vermuten. Teenck hält einen Nahrungsmangel für möglich: Aufgrund des trockenen Sommers könnten die Vögel mancherorts nicht mehr genug Nahrung, wie Insekten und Beeren, auftreiben und würden sich deshalb schon früher auf den Weg gen Süden machen.


Foto: pixabay.com/Georg_Wietschorke

Der Mensch könnte aber auch ein Grund für den Frühstart sein. Denn: Durch immer mehr Bauprojekte und Rodungen naturbelassener Flächen zerstören wir ebenfalls das Nahrungsangebot der Vögel und zwingen sie möglicherweise, ihre Reise früher anzutreten als gewöhnlich.
Das Wetter spielt auch eine Rolle

Doch nicht nur die Nahrungsknappheit lässt die Vögel möglicherweise verfrüht aufbrechen – auch das Wetter spielt eine entscheidende Rolle beim Start der Zugvögel. Sobald die Witterung passt und mit wenig Turbulenzen zu rechnen ist, würden sich die Tiere auf den Weg machen.

Die Vögel hätten nämlich ein Gespür für das passende Zugwetter, so der Vogelkundler.


Foto: pixabay.com/jplenio

Jetzt verbringen die Vögel die kalte Jahreszeit in ihren Winterquartieren in Südeuropa und Nordafrika, wo sie mildere Temperaturen und ausreichend Futter vorfinden. Im Frühjahr kommen die Tiere dann wieder zurück nach Zentral- und Nordeuropa, um die Brutzeit einzuläuten.


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